Children of Sodomy

Performance mit Itchi Fleischer und Emma Lusena-Ash

Die Geschichte der Sodomie ist keine lineare Erzählung, sondern ein Labyrinth aus Zuschreibungen, die sich über Jahrhunderte in Machtstrukturen verfestigten. Ursprünglich als moralischer Begriff aus den christlichen Schriften des 2.–5. Jahrhunderts n. Chr. entstanden, wurde Sodomie im 12. Jahrhundert zu einem Sammelbegriff für alles, was als „widernatürlich“ galt – von Masturbation bis zu Analsex, von Hexenverfolgung bis zu queerer Existenz. Die Performance Children of Sodomy von Emma Lusena-Ash und Itchi Fleischer begibt sich in dieses Spannungsfeld: zwischen historischer Gewalt und heutigem Widerstand.

Der Titel selbst ist ein Paradox, denn Sodomie erzeugt keine Nachkommen. Doch genau darin liegt die subversive Kraft der Arbeit: Sie feiert das Überleben der „Sodomiter“ als Form des kollektiven Widerstands. Durch choreografische Referenzen an mittelalterliche Knebelungen und einen prophetischen Monolog im Stil des Deliriums wird eine Erzählung zwischen Unterdrückung und Befreiung entfaltet. Die gefesselten Performer*innen verkörpern den Kampf um Autonomie – ein Kampf, der bis heute in queeren und feministischen Räumen weitergeht.

Die Performance findet in englischer Sprache statt.

Reliefplatte mit verschlungenen Wurzeln und Ranken, umrahmt von einer Inschrift, umgeben von getrockneten Pflanzenteilen
© Michelle Mantel
Artistas participantes
  • Itchi Fleischer
  • Emma Lusena-Ash