• 29.08.–31.10.2026
  • Ausstellung · Aktuell
Künstler:in Itchi Fleischer inszeniert in Drag, umgeben von Stroh, einer Satyr-Figur und einer Lyra.
© Itchi Fleischer, Parable of the Blessed and Cursed, 2026

Unzucht

Kiss the Devil's Arse

In der Einzelausstellung Unzucht – Kiss the Devil’s Arse webt Itchi Fleischer ein dichtes Netz kunsthistorischer Referenzen, das sich stark auf christliche Ikonografie bezieht, um diese dann unmittelbar in Frage zu stellen, zu verdrehen und die Betrachter:innen mit den Strukturen patriarchaler Macht, Angst und Begierde zu konfrontieren, die der Institution der Kirche zugrunde liegen und seit Jahrhunderten die Unterdrückung, Ausgrenzung und Dämonisierung von Frauen und queeren Menschen ermöglichen.
In Anlehnung an die biblische Darstellung des Jüngsten Gerichts im Matthäusevangelium, in der Jesus als der Gute Hirte seine Herde in Schafe und Ziegen unterteilt, interpretiert Fleischer dieses Thema in dem Ölgemälde The Parable of the Blessed and Cursed (2026) in Drag neu. Fleischer schlüpft in mehrere Rollen zugleich und verkörpert Ziege, Hexe und Jesus in einer Person, wodurch alle kirchlichen Hierarchien augenblicklich aufgehoben werden.

Die binäre Gegenüberstellung des guten, unschuldigen Schafs und der bösen, satanischen Ziege unterteilt die Ausstellung in thematisch gegliederte Räume. Hier nimmt Fleischer Bezug auf mittelalterliche englische Doom Paintings, Darstellungen des Opferlamms Agnus Dei sowie Assoziationen zwischen der satanischen Ziege und Hexenverfolgungen und Sodomie. In dieser vielschichtigen Auseinandersetzung mit der christlichen Geschichte – die immer auch eine visuelle Geschichte ist – hebt Fleischer wiederholt hervor, wie die Strukturen der Kirche als Reproduktoren patriarchaler Macht fungieren, und stellt gleichzeitig die Frage: Beten wir am Altar oder werden wir geopfert, verurteilt gemäß christlichen Traditionen, die eher von Ausgrenzung als von Mitgefühl geprägt sind?

Kuratiert von Johanna Engemann

Teilnehmende Künstler:innen
  • Itchi Fleischer
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  Ausstellungsraum mit beschädigten
  Wänden, an der linken Wand eine
  Fotografie in dunklem Rahmen, in der
  Raummitte ein Sockel mit Skulptur und
  offene Türen zu angrenzenden Räumen
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source: reviewed text: 'Zwei Kunstobjekte auf Sockeln: eine Büste mit rötlichem Haar und Hörnern blickt nach links, dahinter ist durch einen Türrahmen teilweise eine Figur eines Schafes mit lockigem Fell zu sehen.'
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  Rote ornamentale Relieftafel mit Text an
  einer verwitterten Wand
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  Kunstinstallation von mehreren Werken
  darunter ein Satyrkopf auf Steinsockel
  in Galerie, die vormals eine
  öffentliche Toilette war.
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  Skulptur eines Mensch-Schaf-Hybrids in
  einem Ausstellungsraum mit Betondecke
  und Kacheln
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source: reviewed text: 'Runde Skulptur aus Holz  mit verschlungenen Wurzeln und Teufelsfiguren, sowie eingraviertem Text am Rand, umgeben von getrockneten Blüten'
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source: reviewed text: 'Lederne Maske einer Ziege in Braun- und Burgundertönen, aufgehängt an einem Holzbalken'
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source: reviewed text: 'Kuratorin Johanna Engemann, Galerieleitung Yolanda Kaddu-Mulindwa und Künstler*in Itchi Fleischer bei der Eröffnung der Ausstellung'
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  Performerin steht auf einer Plattform in
  einem verfallenen Galerieraum, umgeben
  von Zuschauern
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source: reviewed