- 13.06.–23.08.2026
- Ausstellung · Aktuell
Berlin, the Bitch and the Witch
Unter der Brücke
versammelt sich eine Konklave.
Bitches and witches errichten eine Barrikade,
der aufsteigende Rauch verhext die Botschaften der Straße.
Über Jahrhunderte hinweg wurden Frauen als Hexen verfolgt. In ihrem Buch Caliban und die Hexe liefert Silvia Federici eine aufschlussreiche Analyse der Geschichte des Kapitalismus und beleuchtet dabei die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sowie deren Auswirkungen auf gesellschaftliche Geschlechterrollen. Vor dem Hintergrund sozialer und ökonomischer Krisen entwickelten sich die europäischen Hexenverfolgungen zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert zu einem von Profitgier geprägten Instrument der Kontrolle und Disziplinierung. Besonders betroffen waren Heilerinnen, Frauen mit Wissen über Pflanzen und Medizin sowie jene, die sich gesellschaftlichen Normen widersetzten. Angesichts von Federicis Analyse betrachten wir die Hexenverfolgungen als das, was sie waren: eine Strategie der Kontrolle und Herrschaft. Möge die Ausstellung Berlin, the Bitch and the Witch dazu inspirieren, solchen Mechanismen heute entgegenzutreten.
Die Ausstellung beschwört einen kollektiven Zauber gegen jene kapitalistischen Strukturen, die das Leben in der zeitgenössischen Stadt prägen und erschöpfen. In der westlichen Welt wird Magie oft als Metapher für das Mystische, das Heilige und das Imaginäre verstanden und stellt damit „rationale“ oder „wissenschaftliche“ Formen des Denkens infrage. Hier wird Magie zur Methode. Zwölf Künstler-Magier:innen präsentieren Arbeiten, die zeitgenössische magische Praktiken als Ausgangspunkt nutzen, um über den Kapitalismus und seine Auswirkungen auf das Leben in der Großstadt nachzudenken. Die Werke laden dazu ein zu fragen, was Schutz braucht, wen oder was wir fürchten und wie Heilung innerhalb der Stadt möglich werden kann. Berlin ist unser gemeinsamer Raum. Und vielleicht verweist die Figur der bitch darauf, dass das Gift, das unser geliebtes Berlin heute prägt und erschöpft, der Kapitalismus selbst ist.
Die Ausstellung versammelt Künstler-Magier:innen, die mit Bewegung, Klang, Ironie, Fiktion und Widerspenstigkeit arbeiten, um sichtbar zu machen, was kapitalistische Systeme oft unsichtbar werden lassen: Fürsorge, Wahnsinn, Heilung, Widerstand und Verbundenheit. Wie ein Kreis um ein Feuer eröffnen diese Arbeiten einen gemeinsamen Raum, in dem Bitches and Witches Wissen zurückerobern, sich gegenseitig schützen und neue Formen des Überlebens inmitten von Berlins Monstern, Ruinen und Rhythmen entwerfen. Die Ausstellung bittet nicht um Erlaubnis — sie entfacht Widerspruch, Vorstellungskraft und neue Formen des gemeinsamen Handelns.
Text von Arantxa Ciafrino
Kuratorische Assistenz: Tatjana Rotfuß
Kuratiert von Arantxa Ciafrino
- Lucius Andres Anhello
- Pharaz Azimi
- Lotta Beckers
- Caligola
- Ben Glas
- Susanne Grau
- Ana Hupe
- Selma Lindgren
- Alexander Norton (Annita Sleep)
- Kaya Pilsner
- Mirae kh Rhee
- Anton Steenbock
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03.–05.07.202610:00 UhrKunstbrücke am Wildenbruch
48 Stunden Neukölln × Kunstbrücke am Wildenbruch
Erweiterte ÖffnungszeitenWährend des Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln gelten in der Kunstbrücke am Wildenbruch verlängerte Öffnungszeiten. In dieser Zeit ist die Ausstellung Berlin, the Bitch and the Witch zu sehen, die die Figur der Hexe als Symbol für Widerstand, Fürsorge und Selbstermächtigung neu interpretiert.
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Samstag11.07.2616:00 UhrKunstbrücke am Wildenbruch
Performances
„The Breakdown“ von Alexander Norton (Annita Sleep) und „Cognitive Dissonance“ von Ben GlasAlexander Norton (Annita Sleep) präsentiert mit The Breakdown eine ebenso absurde wie persönliche Fußballshow über Identität, Erinnerung und Popkultur. Ben Glas lädt mit Cognitive Dissonance das Publikum zu einer partizipativen Klangperformance ein, in der sich Sprache durch Wiederholung verändert und gemeinschaftlich neue Bedeutungen entstehen.
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Samstag25.07.2616:00 UhrKunstbrücke am Wildenbruch
Performances
„Xenia // is it urgent?“ von Susanne Grau und „The Breakdown“ von Alexander Norton (Annita Sleep)Zwei Performances zwischen Begegnung, Erinnerung und Absurdismus: Susanne Graus Xenia // is it urgent? lädt das Publikum zu einer kollektiven Lesung ein, in der Sprache, Bewegung und Fantasie ineinander übergehen. Alexander Nortons The Breakdown erzählt ein prägendes Fußballspiel als ebenso humorvolle wie absurde One-Person-Show neu – und verbindet Sport, Identität und persönliche Geschichte auf überraschende Weise.
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